Was zeigt ein 3D-Scan der Zähne?
Ein Intraoralscanner erfasst die sichtbaren Oberflächen im Mund. Aus den Aufnahmen entsteht ein digitales, dreidimensionales Modell. Das Behandlungsteam kann die Zahnreihen auf dem Monitor aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Der Scan zeigt den Zustand zum Zeitpunkt der Aufnahme. Wie ein digitaler Zahnabdruck erstellt wird und bei welchen Behandlungen er eingesetzt werden kann, erklärt die ZTK auf ihrer Leistungsseite.
Für eine Verlaufskontrolle braucht es mindestens eine weitere geeignete Aufnahme zu einem späteren Zeitpunkt. Erst dann lässt sich prüfen, ob und wo sich sichtbare Oberflächen verändert haben.
Wie werden zwei Zahnscans miteinander verglichen?
Die Praxis erfasst die betreffenden Bereiche bei verschiedenen Terminen. Anschließend können die digitalen Modelle mit geeigneter Software einander zugeordnet und übereinandergelegt werden.
So können Unterschiede auf dem Bildschirm anschaulich dargestellt werden. Dabei kommt es auf die Qualität beider Aufnahmen an: Die benötigten Flächen müssen ausreichend erfasst und die Modelle fachlich richtig zugeordnet sein. Auch die verwendete Software beeinflusst, wie ein Vergleich ausgewertet werden kann.
Ein farbig markierter Unterschied auf dem Monitor ist deshalb noch keine Diagnose. Die Zahnärztin oder der Zahnarzt prüft, ob tatsächlich eine Veränderung vorliegt und was sie für Ihre Behandlung bedeutet.
Welche Veränderungen können im Scan sichtbar werden?
Ein Vergleich kann beispielsweise helfen, Veränderungen an folgenden Bereichen zu beurteilen:
- Zahnform: Haben sich sichtbare Kauflächen oder Schneidekanten verändert?
- Zahnstellung: Stehen einzelne Zähne anders als bei der früheren Aufnahme?
- Zahnfleischverlauf: Haben sich sichtbare Konturen verändert?
- Vorhandene Versorgungen: Gibt es erkennbare Veränderungen an zugänglichen Oberflächen?
Besonders für die Beobachtung von Zahnsubstanzverlust gibt es wissenschaftliche Untersuchungen zum Vergleich wiederholter Intraoralscans. Eine veränderte Zahnoberfläche kann unterschiedliche Ursachen haben. Dazu zählen unter anderem mechanische Belastungen beim Zähneknirschen und Säureeinwirkung bei einer Zahnerosion. Welche Ursache im Einzelfall vorliegt, lässt sich aus dem Scan allein nicht sicher bestimmen.
Kann ein 3D-Scan zeigen, ob sich Zähne verschoben haben?
Wurden Zahnreihen zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommen, können die Modelle bei der Beurteilung der Zahnstellung helfen. Das kann beispielsweise während einer kieferorthopädischen Behandlung oder nach deren Abschluss interessant sein.
Wenn Sie den Eindruck haben, dass sich Zähne trotz eines Retainers verschieben, sollten Sie die Veränderung untersuchen lassen. Bringen Sie einen herausnehmbaren Retainer zum Termin mit und weisen Sie auf lockere Stellen an einem festen Draht hin. Mehr zur Stabilisierung nach einer Zahnspange lesen Sie im ZTK-Beitrag über Retainer, Pflege und Kontrolle.
Ob für Ihre Kontrolle ein erneuter Scan nötig ist, entscheidet die behandelnde Praxis. Häufig sind auch die Untersuchung im Mund und die Prüfung des Retainers wichtig.
Bedeutet ein Unterschied zwischen zwei Scans immer eine Erkrankung?
Nein. Zähne und ihre Umgebung können sich verändern, ohne dass jeder sichtbare Unterschied behandlungsbedürftig ist. Außerdem können unvollständig erfasste Bereiche, Feuchtigkeit oder die Zuordnung der Modelle die Darstellung beeinflussen.
Die Praxis betrachtet deshalb nicht nur den Bildschirm. Sie berücksichtigt Ihre Beschwerden, untersucht Zähne und Zahnfleisch und prüft bei Bedarf weitere Befunde. Erst daraus ergibt sich, ob eine Veränderung beobachtet, genauer untersucht oder behandelt werden sollte.
Was kann ein Intraoralscanner nicht zeigen?
Ein gewöhnlicher Intraoralscan bildet vor allem sichtbare Oberflächen ab. Zahnwurzeln und Kieferknochen lassen sich damit nicht direkt darstellen. Auch eine mögliche Veränderung unter einer Füllung oder zwischen schwer einsehbaren Zahnflächen kann nicht allein anhand eines Oberflächenmodells sicher beurteilt werden.
Der Scanner erzeugt selbst keine Röntgenstrahlung. Wenn die Fragestellung Informationen über nicht sichtbare Strukturen erfordert, kann nach zahnärztlicher Beurteilung eine andere Untersuchung nötig sein. Ein digitaler Scan ersetzt daher weder die klinische Untersuchung noch grundsätzlich ein medizinisch erforderliches Röntgenbild.
Wann ist eine digitale Verlaufskontrolle sinnvoll?
Ein erneuter Scan kann sinnvoll sein, wenn die Praxis eine konkrete Veränderung über die Zeit beurteilen möchte. Beispiele sind auffälliger Zahnverschleiß oder Fragen zur Entwicklung der Zahnstellung.
Das bedeutet nicht, dass bei jeder Vorsorgeuntersuchung automatisch ein vollständiger 3D-Scan nötig ist. Ob, wann und in welchem Umfang gescannt wird, hängt von der Fragestellung und Ihrem Befund ab.
Fragen Sie beim Termin ruhig nach:
- Was soll mit dem Scan überprüft werden?
- Gibt es eine frühere Aufnahme zum Vergleich?
- Welche Veränderung ist tatsächlich erkennbar?
- Braucht es weitere Untersuchungen?
- Entstehen für die Aufnahme Kosten?
Veränderungen an Zähnen prüfen lassen
Ein digitaler Vergleich kann Entwicklungen sichtbar und im Gespräch verständlicher machen. Ob daraus eine Behandlung folgt, entscheidet sich erst nach der fachlichen Untersuchung.
Wenn Sie Veränderungen an Ihren Zähnen bemerken oder Fragen zu einem früheren Scan haben, können Sie einen Termin vereinbaren. Über die ZTK-Praxissuche finden Sie einen Standort in Ihrer Nähe.
Häufige Fragen zur Verlaufskontrolle mit dem 3D-Scanner
Kann die Praxis alte und neue Zahnscans direkt vergleichen?
Das kann möglich sein, wenn geeignete frühere Aufnahmen vorliegen und die benötigten Bereiche vergleichbar erfasst wurden. Die Praxis prüft, ob die Daten für die konkrete Fragestellung ausreichen.
Erkennt der Scanner, warum ein Zahn abgenutzt ist?
Nein. Ein Vergleich kann eine Veränderung der sichtbaren Zahnoberfläche zeigen. Ob beispielsweise Knirschen, Säureeinwirkung oder mehrere Faktoren dazu beigetragen haben, muss anhand weiterer Befunde beurteilt werden.
Wird bei einem 3D-Scan geröntgt?
Nein. Der Intraoralscanner erfasst Oberflächen optisch und erzeugt selbst keine Röntgenstrahlung. Er zeigt jedoch keine Zahnwurzeln oder Knochenstrukturen wie eine dafür geeignete Röntgenaufnahme.
Wie oft sollte ein Vergleichsscan gemacht werden?
Dafür gibt es keinen allgemeinen Abstand, der für alle Menschen gilt. Die Praxis entscheidet anhand der Fragestellung, ob und wann eine weitere Aufnahme sinnvoll ist.
Kann ein Scan die zahnärztliche Kontrolle ersetzen?
Nein. Der Scan ist ein mögliches Hilfsmittel zur Dokumentation und Beurteilung. Beschwerden, Zahnfleisch, vorhandene Versorgungen und weitere Befunde müssen weiterhin fachlich untersucht werden.