Periimplantitis: Entzündung am Zahnimplantat

Periimplantitis ist eine Entzündung, die Zahnimplantate betrifft. Erfahren Sie mehr zu den Symptomen, Behandlungsmöglichkeiten und Ursachen von Periimplantitis.

19.01.2024 6 Min.

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Was ist Periimplantitis?

Periimplantitis ist eine ernsthafte Entzündung, die im Bereich von Zahnimplantaten auftritt und auch als Implantat-Entzündung bezeichnet wird. Sie ähnelt der Parodontitis, betrifft aber das Gewebe und den Knochen rund um ein Zahnimplantat. Diese Erkrankung entsteht meist durch Bakterienansammlungen, die aufgrund unzureichender Mundhygiene oder anderen Risikofaktoren wie Rauchen und bestimmte Grunderkrankungen entstehen. Die Symptome von Periimplantitis umfassen Schmerzen, Schwellungen und manchmal Blutungen im Bereich des betroffenen Zahnimplantats. Ohne angemessene Behandlung kann die Implantat-Entzündung zu einem fortschreitenden Knochenabbau führen, was schließlich den Verlust des Implantats zur Folge haben kann. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen und eine gute Mundhygiene spielen eine wesentliche Rolle bei der Prävention von Periimplantitis.

Wie entsteht eine Implantat-Entzündung?

Periimplantitis entsteht durch eine Entzündung im Gewebe um ein Zahnimplantat und hat verschiedene Ursachen:

  • bakterielle Infektionen: Bakterien, die sich bei unzureichender Mundhygiene um das Implantat ansammeln, verursachen häufig eine entzündliche Reaktion.
  • unzureichende Mundhygiene: Eine mangelhafte Reinigung der Zähne und des Zahnimplantats führt zur Ansammlung von Plaque, die Entzündungen begünstigt.
  • Rauchen: Rauchen beeinträchtigt die Mundgesundheit und die Heilungsfähigkeit des Gewebes erheblich, was das Risiko für Periimplantitis steigert.
  • Vorerkrankungen: Erkrankungen wie Diabetes oder andere, die das Immunsystem beeinflussen, erhöhen das Risiko für Periimplantitis.
  • mechanische Überbelastung: Ungleichmäßige Belastungen des Implantats durch Fehlstellungen der Zähne oder ungeeigneten Zahnersatz können Mikrobewegungen und damit Entzündungen auslösen.
  • biologische Faktoren: Die genetische Veranlagung spielt ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung von Periimplantitis.

Periimplantitis: Symptome der Entzündung

Bei Periimplantitis treten verschiedene Symptome auf, die auf eine Entzündung um das Zahnimplantat hinweisen:

  • Zahnfleischbluten: Bluten beim Zähneputzen oder beim Gebrauch von Zahnseide
  • Rötung und Schwellung: auffällige Rötung und Schwellung des Zahnfleisches um das Implantat
  • Schmerzen: Schmerzempfinden im Bereich des Zahnimplantats
  • Eiterbildung: sichtbare Eiteransammlungen bei Druck auf das Zahnfleisch
  • Zahnfleischrückgang: Zurückweichen des Zahnfleisches, ein Zeichen für Knochenabbau
  • Implantatlockerung: Beweglichkeit des Implantats als Indikator für fortgeschrittenen Knochenverlust

Diese Symptome erfordern eine umgehende zahnärztliche Untersuchung, um weiteren Schaden abzuwenden und das Implantat zu erhalten.

Diagnose einer Zahnimplantat-Entzündung beim Zahnarzt

Die Diagnose von Periimplantitis beim Zahnarzt erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Zunächst untersucht der Zahnarzt das Zahnfleisch um das Zahnimplantat herum auf Anzeichen von Entzündungen wie Rötung, Schwellung oder Blutung. Er prüft auch, ob das Zahnfleisch zurückgegangen ist und ob sich das Implantat gelockert hat. Ein wichtiges Instrument zur Diagnose ist die Messung der sogenannten Sondierungstiefe, bei der mit einer speziellen Sonde die Tiefe der Zahnfleischtaschen um das Implantat herum gemessen wird. Zusätzlich kann der Zahnarzt Röntgenaufnahmen (DVT) anfertigen, um den Zustand des Knochens um das Implantat herum zu beurteilen und festzustellen, ob ein Knochenabbau stattgefunden hat.

Periimplantitis-Behandlung: Ist die Entzündung heilbar?

Periimplantitis ist behandelbar, wobei das Hauptziel der Behandlung darin besteht, die Implantat-Entzündung zu reduzieren und weiteren Knochenverlust zu verhindern. Die Behandlung beginnt üblicherweise mit einer professionellen Zahnreinigung, um Plaque und Bakterienbeläge rund um das Implantat und in den Zahnfleischtaschen zu entfernen. In manchen Fällen verwendet der Zahnarzt spezielle Instrumente, um harte Ablagerungen vom Implantat zu entfernen, ohne dabei die Implantatoberfläche zu beschädigen. Ergänzend kommen antibakterielle Spülungen oder lokal angewendete Antibiotika zum Einsatz, um die bakterielle Infektion zu bekämpfen. In fortgeschrittenen Fällen, insbesondere wenn bereits ein signifikanter Knochenverlust eingetreten ist, kann eine chirurgische Behandlung notwendig sein, um das betroffene Gewebe zu regenerieren und das Zahnimplantat zu stabilisieren.

Was kostet eine Periimplantitis-Behandlung?

Die Kosten für die Periimplantitis-Therapie richten sich nach dem Umfang und der Komplexität der erforderlichen Behandlung. Grundsätzlich sind Zahnimplantate und die damit verbundenen Behandlungen, einschließlich der Behandlung von Periimplantitis, oftmals als Privatleistungen einzustufen. In einigen Fällen können jedoch bestimmte Teile der Behandlung, wie zum Beispiel entzündungshemmende Maßnahmen oder die Reinigung des Implantats, von der Krankenkasse übernommen werden. In jedem Fall erhalten Sie vor Beginn der Behandlung einen Kostenvoranschlag von Ihrem Zahnarzt. Diesen reichen Sie bei Ihrer Krankenkasse ein, um eine mögliche Kostenübernahme zu klären.

Wie lässt sich Periimplantitis vorbeugen?

Um Periimplantitis vorzubeugen, sind eine umfassende Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen unerlässlich. Folgende Maßnahmen sollten Sie beachten:

  • gründliche tägliche Mundhygiene: Regelmäßiges Zähneputzen mit einer weichen Zahnbürste und die Verwendung von Zahnseide oder Interdentalbürsten ist wichtig, um Plaque und Bakterien effektiv zu entfernen
  • regelmäßige professionelle Zahnreinigungen: Besuchen Sie Ihren Zahnarzt regelmäßig für professionelle Reinigungen, um Ablagerungen zu entfernen, die Sie zu Hause nicht erreichen können.
  • Nichtrauchen: Rauchen erhöht das Risiko einer Periimplantitis erheblich, daher ist es ratsam, das Rauchen einzustellen.
  • gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung trägt zur allgemeinen Gesundheit des Mundraums bei.
  • zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen: Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt zur Früherkennung von Symptomen können Implantat-Entzündungen vorbeugen.
  • Vermeidung von Druck auf Implantate: Achten Sie darauf, harte Lebensmittel oder Gegenstände nicht zu beißen und vermeiden Sie Zähneknirschen.
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Implantat-Entzündung: Hausmittel

Wenn Sie eine Entzündung rund um Ihr Zahnimplantat vermuten, sollten Sie unbedingt professionelle zahnärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, da Hausmittel allein meist nicht ausreichen, um das Problem effektiv zu behandeln. Unterstützende Maßnahmen, die Sie zu Hause durchführen können, sind beispielsweise:

  • Salzwasserspülungen: Spülen Sie Ihren Mund regelmäßig mit einer milden Salzwasserlösung, um den betroffenen Bereich sauber zu halten und leichte Entzündungen zu lindern.
  • Gute Mundhygiene: Reinigen Sie den betroffenen Bereich sorgfältig und sanft, um weitere Irritationen zu vermeiden.
  • Vermeiden Sie irritierende Lebensmittel: Scharfe, sehr heiße oder sehr kalte Speisen und Getränke sollten Sie vermeiden, um die Entzündung nicht zu verschlimmern.

Bei ersten Anzeichen einer Zahnimplantat-Entzündung sollten Sie sofort einen Zahnarzt der ZTK aufsuchen. Unbehandelte Periimplantitis kann zu schwerwiegenderen Komplikationen führen, einschließlich des Verlusts des Implantats.

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